Mode für Mollige

Die Elfe in Dir – geschützt von ein paar Pfunden

Ihr kennt euch – die Elfe und du. Sie ist scheu und schüchtern und fürchtet sich davor, draußen in der Welt vielleicht umgestoßen zu werden. Sie ist klein, fragil und zart. Deshalb hast du sie versteckt. Unter sicheren Polstern. Hier mal eine Schokolade, da ein Eis, das Hähnchen war einfach zu köstlich und wer kann dem selbst gemachten Nudelsalat schon widerstehen?

Kurz und gut: Die Elfe lebt, gut verborgen und geschützt von so einigen Kilos, irgendwo in dir. Allerdings stellt das kleine Ding Ansprüche. Sie mag keine Zelte als Oberbekleidung, möchte schick und modern, jung und fröhlich oder auch elegant, geschäftsmäßig oder sportlich gekleidet werden. Und weißt Du was? Du solltest auf sie hören!

Mode für Mollige ist seit einiger Zeit durchaus im Trend. Zwar glauben die bekannten Modemacher noch immer, dass jede Frau ab Kleidergröße 36 viel zu fett ist, aber immer mehr Designer verlegen sich auf Mode, die auch in den Größen 48,50 und höher gut aussieht. Und wir geben Dir hier ein paar Tipps, wie Du gekonnt auf dich aufmerksam machst- und nicht auf die Pfunde, die manch einer als „zu viel“ deklarieren würde! Du und Deine Elfe, ihr könnt ein schönes Team sein!

Tipp 1: Fühl’ Dich wohl

Du bist, wer Du bist. Wenn Du Dich mit Deinem Gewicht wohlfühlst, dann strahlst Du das auch aus. Deine Umgebung wird Dich ganz anders wahrnehmen, wenn du selbstbewusst auftrittst. Wer seinen Bauch einzieht, versucht, schon durch reine Körperhaltung kleiner, dünner, unauffälliger zu wirken – der gibt die falschen Signale. Zeige, wer Du bist, dann nimmt man dich als Mensch und nicht als Dickerchen wahr.

Kleid für Mollige
Du hast schöne Beine? Dann verstecke sie nicht! Ein kurzes lockeres Kleid ist ideal für deine kurvige

Tipp 2: Nicht verstecken, betonen ist angesagt

Natürlich möchte man die rundliche Hüfte oder die fülligen Oberschenkel gern verhüllen. Gleichzeitig aber solltest Du betonen, was du hast. Gerade mollige Frauen haben zum Beispiel oft ein wunderschönes Dekolleté. Gehörst Du dazu? Dann wähle Oberbekleidung, die erst unter der Brust anfängt weiter zu werden. Oder trage ein kurzes Bolero Jäckchen, das nicht nur die Oberarme verhüllt (gibt es auch mit Kurzarm), sondern gezielt den Bereich um Busen und Hals betont. Nutze Ausschnitte, die zu deiner Gesichtsform passen. Trage auffällige Ketten, die auf dem Dekolleté enden. Hast du eigentlich eine hübsche Taille? Dann betone sie durch hoch sitzende Gürtel. Das lenkt von den Pölsterchen an Bauch und Hüfte elegant ab. Lange, schmale Röcke strecken optisch, andererseits lassen weich fallende, weite Palazzo Hosen ein paar Pölsterchen geschickt verschwinden.

Tipp 3: Die großen Sünden

Finger weg von Zopfstrickmustern, Plissee und Querstreifen – hat schon die Oma immer gesagt und Recht hatte sie. Diesen drei Modestils sollten molligen Frauen wirklich entsagen. Sie hinterlassen genau die falschen Eindrücke. Und auch Stretch ist nicht der beste Stoff für eine Frau, die eine Elfe beschützt. Stretch bitte nur als Top in Verbindung mit fließenden Oberteilen oder bei Slips.

Tipp 4: Die richtige Farbwahl

Ja, dunkel Farben strecken und lenken von Rundungen an ungünstigen Stellen ab. Sind aber auch oft langweilig und vor allem kann nicht jeder dunkle Farben gut tragen. Wenn dich schwarz eher blass macht, dann nutze es nur in Accessoires oder als Kontrast zu anderen Farben. Auch mollige Frauen können und sollten schöne Farben tragen – wichtig dabei: Weniger ist mehr. Da wo du betonen möchtest, ist eine kräftige Farbe vorteilhaft, aber sie sollte dann mit sanfteren Tönen komplettiert werden. Wer Muster liebt, sollte dies mit uni kombinieren. Und besondere Problemzonen sollten eh nicht mit Mustern betont werden. Viele Kosmetiker oder Friseure bieten für wenig Geld eine Farbberatung an. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Farben gut zu Dir passen, dann solltest du einen solchen Service vielleicht mal in Anspruch nehmen!

Tipp 5: Das richtige Darunter

richtige Unterwäsche für Mollige
Die richtige Unterwäsche bringt deinen Kurven in Form. Achte auf einen guten und perfekten Sitz.

Das, was man nicht sieht, ist mindestens ebenso wichtig, wie das was man sieht. Es sieht tatsächlich nicht schön aus, wenn der Busen oben förmlich aus dem Körbchen quillt oder der Slip eher noch Röllchen verursacht als sie zu kaschieren. Deshalb wirklich Zeit nehmen, bei der Wahl der Unterwäsche. Lasst euch in einem guten Fachgeschäft wegen der BH-Größe beraten.

Nur so wirkt ein Busen natürlich schön und dazu kommt: Wer die richtige BH Größe trägt, der sieht nicht nur hübscher aus, sondern tut auch was für seine Gesundheit. Denn zu kleine BHs oder solche, die nicht richtig passen, belasten Rücken und Schultern.

Und bei den Slips gilt: Sie müssen passen und dürfen nicht rutschen. Gut sind auch Slips, die etwas figurkorrigierend arbeiten. Damit wird man nicht dünner – es wirkt nur alles natürlicher. Tangas oder Stringtangas sind im Alltag nichts für Mollige.

Tipp 6: Accessoires

Lenke von Problemzonen ab und benutze auffällige Accessoires um den Blick auf Deine Topzonen zu richten. Von weit oben getragenen Gürteln haben wir ja schon gesprochen, ebenso von schönen Ketten. Aber auch andere Modeaccessoires tragen dazu bei, dein Gesamtbild zu verändern. Wähle zum Beispiel Halstücher in knalligen (aber passenden) Farben. Auffallende Ohrringe, Haarschmuck, eine kräftige Haarfarbe oder eine besondere Frisur sind auch gut zur Ablenkung. Große Handtaschen lassen den Träger immer zierlicher erscheinen.

Wer es mag und kann: Hohe Absätze strecken optisch, der Gang wirkt graziler.

Und zum Schluss noch ein wichtiger Grundsatz: Die richtige Größe!

Obwohl keine mollige Frau mit Zelten rumlaufen sollte: Lieber ein wenig zu groß als zu klein. Die beste Größe ist immer noch die richtige Größe und die richtige Größe bekommt man in Fachgeschäften oder den entsprechenden Abteilungen im Warenhaus.

„Auch heute noch pflegt die Modewelt ihre Arroganz“, sagt Christel Wickerath, Fachjournalistin, unter anderem für das Branchenmagazin „TextilWirtschaft.“ Alle Stücke ab 42, die sich in Boutiquen ab und an finden, werden vom Fachhandel Anschlussware genannt.“ Soll heißen: Die Schnitte wurden nur vergrößert, nicht aber den geänderten Proportionen angemessen.

Nur wenn „Große Größen“, „Mode für Mollige“ oder Ähnliches explizit angeboten wird, kann man davon ausgehen, dass der Größe wirklich Rechnung getragen wurde. Deshalb: lieber drei oder vier Teile von Ulla Popken oder der „Big Size“ – Abteilung des Kaufhauses, als einen Kleiderschrank voller Dinge, die eigentlich nicht richtig sitzen.

Fühl’ dich wohl in deiner Haut und sei stolz auf Deine Elfe, die bei Dir eine sichere Heimat gefunden hat. Gut gekleidet könnt ihr die Welt genauso gut erobern wie Heidi Klum und Claudia Schiffer!

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: bowie15 / 123RF Lizenzfreie Bilder
Frau im roten KLeid – Urheber: bluemarine / 123RF Lizenzfreie Bilder
richtige Unterwäsche für Mollige – Urheber: imagex / 123RF Lizenzfreie Bilder

Über Andreas Kappler

3 Kommentare

  1. Hallo,
    das ist ein wirklich toller Bericht !!!
    Und das von einem Mann geschrieben – Hut ab !!!
    Danke !!!
    Liebe Grüße Sunny

    • Hallo Sunny,

      ich muss leider zugeben, dass der Text nicht von mir ist. Sondern nur von mir veröffentlicht wurde, da eine Bekannte die ihn schrieb nicht genannt werden wollte.

      Trotzdem vielen Dank das er Dir gefiel. Wir würden uns freuen wenn Du weiterhin bei uns liest.

      Liebe Grüße
      Andi

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