Nähmaschine was beachten

Nähmaschine kaufen – was Sie beachten sollten!

Haben Sie schon einmal vom DIY Trend gehört? Nähen, Stricken, Basteln sind heute keine Hobbies der geliebten Oma mehr, sondern in der Popkultur angekommen. Millionen junger Menschen interessieren sich plötzlich für Wolle, Stoff und Nähmaschinen. Wer nähen kann, flickt heute nicht nur die zerrissene Hose des Sprösslings, sondern näht eigene Kleidung, die dem persönlichen Stil entspricht oder fertigt Kissenhüllen für die heimische Couch. Mit dem Trend steigt auch die Nachfrage nach Nähmaschinen – egal ob für den Hobby-Näher oder das eigene Geschäft. Doch wie wählt man eine Nähmaschine aus und welche Arten von Maschinen gibt es eigentlich?

Nicht den Überblick verlieren

Wer als Näh-Anfänger eine Nähmaschine für den Heimgebrauch sucht, ist oft schnell überwältigt. Angeboten werden mechanische Maschinen, Overlock-Maschinen oder computergesteuerte Nähmaschinen. Wer noch nie selbst genäht hat, weiß nicht, ob er eine programmierbare Maschine mit 20 Zierstichen wirklich benötigt. Deshalb lautet der erste Rat für alle: Die eigene Nutzung analysieren. Wer primär eigene Kleidung nähen möchte, der fängt meist mit leichten Baumwoll- oder Jersey-Stoffen an, arbeitet sich aber schnell hoch zu Materialien, die etwas schwerer zu verarbeiten sind, wie z. B. Leder. Die eigene Nähmaschine sollte diese Stoffe gut verarbeiten können. Die meisten Haushaltsmaschinen schaffen dies problemlos, günstigere Modelle können aber bei schweren Stoffen Probleme bereiten. Ein Blick in das Handbuch oder eine Beratung können hier helfen. Wer mit seiner Maschine viel unterwegs ist, der sollte auch auf das Gewicht der Maschine achten – sie sind oft ungewohnt schwer.

Nähen mit der Nähmaschine

Teurer ist nicht immer besser, günstiger aber auch nicht

Viele Anfänger machen den Fehler, entweder zur günstigsten oder zur exklusivsten Maschine zu greifen. Sehr günstige Geräte, auch oft Mini-Nähmaschinen genannt, reichen zwar für die ersten Stiche, sind danach aber meist nicht mehr zu gebrauchen. Ein Näh-Anfänger entwickelt sich recht schnell: Innerhalb nur weniger Tage wird man mutiger und experimentierfreudiger. Wenn die Maschine dann nicht mithält, kann das schnell in Frust ausarten. Deshalb sollte das neue Gerät auch auf längere Sicht mit der Entwicklung des Hobby-Nähers mithalten können. Auch das Gegenteil kann aber der Fall sein: Der Hobby-Näher kauft eine Profi-Maschine mit zahlreichen Programmen und Features. Diese können ungeübte Nutzer schnell überfordern und dazu führen, dass die anfängliche Freude über die Maschine schnell abflaut. Bevor man sich für den Kauf einer neuen Maschine entscheidet, sollte man sich also umfassend informieren und das Gerät auf den persönlichen Bedarf abstimmen.

Die Profi-Maschine für den eigenen Betrieb

Egal ob Änderungsschneiderei oder Modedesign-Schule: Viele Handarbeits-Betriebe sind heute von guten Profi-Nähmaschinen abhängig. Für diese ist es besonders wichtig, dass das Gerät die Arbeit so weit wie möglich erleichtert. Deshalb ist es hier wichtig, auf eine Maschine zu achten, die auf den Betrieb abgestimmt programmiert werden kann, z. B. durch selbst programmierbare Tasten. Eine gute integrierte Beleuchtung erleichtert die Arbeit ebenfalls. Firmen wie Bernina oder Pfaff fertigen schon seit Jahrzehnte Profi-Maschinen, die sich bewährt haben. Achten Sie also darauf, dass der Hersteller nicht nur eine gute Maschine anbietet, sondern auch entsprechendes Zubehör. Da ein Profi-Gerät ein ziemliches Loch in das eigene Budget reißen kann, ist ein Preisvergleich wichtig. Auf Seiten wie Auspreiser, Testberichte oder Idealo kann man verschiedene Maschinen vergleichen, sich informieren und den besten Preis für die eigene Wunsch-Maschine finden.

Nähmaschinentypen – schnell erklärt

Die mechanische Nähmaschine

Die mechanische Nähmaschine trifft man am häufigsten an – sie wird am meisten verkauft und ist die perfekte Nähmaschine für Einsteiger. Mechanisch bedeutet in diesem Fall, dass man das Gerät mit einem elektrischen Fußpedal selbst steuert. Einzelne Nähprogramme, sowie die Fadenspannung werden in der Regel mit einem Drehrad per Hand eingestellt – Tipps dazu findet man in der Anleitung der Maschine. Auch der Faden muss selbst eingefädelt werden und die Nadelposition mit einem Hebel reguliert werden. All diese Schritte sind zwar für Anfänger ungewohnt, sie sind aber wichtiger Bestandteil des Nähens und führen dazu, dass man einzelne Prozesse besser versteht. Einzelne Schritte können je nach Modell auch automatisiert stattfinden, z. B. das Einfädeln der Nadel. Dies ist besonders bei älteren Nutzern beliebt, die sich das für sie schwierige Fädeln per Hand ersparen wollen. Die meisten mechanischen Nähmaschinen besitzen mehrere Sticharten, sowohl Zierstiche als auch Stiche, die für die verschiedenen Stoffarten geeignet sind. Möchte man vermehrt eine bestimmte Art von Stoff, z. B. elastisches Jersey verarbeiten, sollte darauf geachtet werden, dass das Gerät diesen gut verarbeiten kann und einen oder mehrere Stiche für Stretch-Stoffe besitzt. Schwere Stoffe wie Jeans oder sehr feste Baumwolle sind für jede Maschine eine Herausforderung. Möchte man diese verarbeiten, ist darauf zu achten, die richtige Nadel zu benutzen – dann sollte auch eine mechanische Nähmaschine keine Probleme bereiten.

Overlock Maschine

Die Overlock-Maschine

Nähte sind versäubern ist eine der häufigsten Aufgaben, die man als Hobby-Schneider vornimmt. Overlock-Maschinen machen das Versäubern besonders einfach, indem sie drei Aufgaben gleichzeitig übernehmen: Sie nähen den Stoff, versäubert die Naht und schneidet den überstehenden Stoffrand ab. Dies ist eine Erleichterung, vor allem beim Schneidern von eigenen Kleidungsstücken. Eine Overlock-Maschine ist meist etwas teurer, als eine reguläre Maschine, für viele ist der praktische Nutzen aber unverzichtbar. Allerdings fehlen ihr unter Umständen auch einige Basis-Funktionen, wie Knopflöcher nähen. Auch für Stiche mitten in Stoffbahnen oder ein Zier- oder Schrägband annähen sind nicht möglich. Deshalb wird eine Overlock-Maschine meist als Zweitmaschine neben dem regulären Gerät angeschafft. Für einen Anfänger ist eine Overlock-Maschine nicht geeignet.

Elektronische oder computerisierte Nähmaschinen

Diese Geräte fallen in die Luxus-Kategorie der Nähmaschinen. Elektrische Maschinen bieten mehr Komfort, als eine normale Maschine: Stichlänge und Fadenspannung werden automatisch eingestellt, wenn man das Stichprogramm über ein Display eingibt. Computerisierte Nähmaschinen waren früher nur in Profi-Betrieben im Einsatz. Sie können jede Art von Stoff ohne Probleme verarbeiten. Dazu wird alles, von Fadenspannung bis Nadeleinfädeln von der Maschine übernommen. Sie haben in der Regel auch ein Stickprogramm. Hier können Muster auf Stoff gestickt werden, sogar eigene Muster können eingegeben werden. Eine solche Profi-Maschine ist für Anfänger meist etwas überfordernd.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: andreypopov / 123RF Lizenzfreie Bilder
Nähen – CC0 Public Domain / Pixabay.com
Overlock Nähmaschine – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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