Krawattenknoten binden

Auch wenn es immer wieder Männer gibt, die ein lässiges Outfit ohne Krawatte bevorzugen, gibt es doch auch die Kenner der Modeszene, die wissen, dass ein perfekter Krawattenknoten optisch einen Trumpf darstellt. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Varianten, die je nach Stil bzw. Krawattenlänge oder -Breite zum Einsatz kommen. Auch die Kragenform und das Material der Krawatte sind entscheidende Kriterien, um Krawatten zu binden.

Krawatten binden will gelernt sein

Egal ob klassische Knoten wie der Windsor oder der Cavendish oder extravagante Formen wie der St. Andrew, der Ypsilon oder die Manhattan-Variante, die meisten Optionen sind mit bildhaften Anleitungen im Internet einfach zu lernen. Vor allem die modernen wie der Grantchester benötigen einiges an Übung, wobei letzenendes das Ergebnis überzeugt. Der trendige Inside-Out-Knoten wird in neun Arbeitsschritten gebunden und fällt durch seine vielen Windungen auf. Der Grantchester eignet sich hervorragend für ein klassisches Bürooutfit, jedoch solltest du beachten, dass du Krawatten aus leichtem Material bindest. Sonst entsteht ein zu voluminöser Eindruck und der Grantchester kommt nicht richtig zur Wirkung. Wer das Gewöhnliche im Ungewöhnlichen haben möchte, für den ist der Onassis genau richtig. Der berühmte Reeder Aristoteles Onassis war bekannt für seine extravaganten Krawattenknoten. Dabei kommt es auf die richtige Krawatte an, denn der Knoten wirkt nur bei einer Mischung aus Krawatte und Krawattenschal, der bei breiten Kragenformen gut aussieht. Der Onassis lässt sich aber auch zum Haifischkragen kombinieren. Durch ihre schlichte Eleganz und ihre einfache Bindetechnik überzeugen der Kreuzknoten bzw. der Victoria auch Anfänger.

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Klassiker unter den Knoten sind beliebt

Ein Knoten für alle Anlässe ist der halbe Windsor, der einfach zu binden ist und vor allem für schmale Krawatten geeignet ist. Die dreieckige, elegante Form passt hervorragend zu klassischen Hemden, die du mit offenem Kragen tragen kannst. Ist der Knoten fertig gebunden, sollte das schmale Ende der Krawatte nicht zu sehen sein und die Krawattenspitze sollte in etwa auf der Höhe des Gürtels liegen. Durch die fast symmetrische Form eignet sich der halbe Windsor perfekt für den festlichen Anlass, peppt aber auch ein legeres Disco-Outfit auf. Der doppelte Windsor ist nach dem Herzog von Windsor benannt und gilt als perfekt geeignet für Hemden, die weit auseinander sitzende Kragenecken aufweisen. Dies gilt vor allem für den Kent- oder Haifischkragen, bei dem sich so die Krawatten binden lassen. Wer ihn knoten möchte, der braucht dabei etwas Erfahrung, denn letztenendes sollte eine perfekte Dreiecksform entstehen. Zu empfehlen ist weiters, dass hier schmale Krawatten zum Einsatz kommen bzw. Modelle verwendet werden, die nicht gefüttert sind, da sich sonst die Kragenecken aufbiegen könnten. Ein weiterer Klassiker ist der Nicky, der auch als Free American bekannt ist. Die schlichte Eleganz überzeugt hier und macht den Krawattenknoten zum optischen Highlight für jedes Outfit. Vor allem wenn du gerne gemusterte Krawatten trägst, ist der Nicky genau richtig. Auch gilt dieser Knoten als materialschonend, da der Stoff nicht zerknittert wird. Der Nicky ist im Gegensatz zu vielen anderen Krawattenformen eine Bindeart, die sich selbst wieder löst, im Unterschied dazu muss etwa der Windsor extra aufgebunden werden.

Die Schlingungen definieren den Schwierigkeitsgrad des Krawattenknoten

Während der Kent nicht nur durch seine geringe Größe überzeugt, sondern auch einfach zu binden ist, besticht der Prinz Albert durch eine weitere Wicklung. Der „kleine Knoten“ , macht die Krawatte optisch länger und eignet sich für alle Stoffarten und sogar für voluminöse Krawatten. Während der Prinz Albert hervorragend für weite Kragenformen wie den Haifischkragen geeignet ist, kann der Kent zu jedem Hemdenstil getragen werden. Er macht sowohl beim legeren Outfit für den Kinobesuch eine gute Figur als auch beim festlichen Anlass. Wem der halbe Windsor nicht genug ist, der sollte einen Hanover versuchen. Dieser breite Cutaway ist benannt nach dem Hause Hannover, das im 18. und 19. Jahrhundert die englische Königsfamilie stellte und damit eine modische Verpflichtung hatte, die Krawatten zu binden. Während der Kent vor allem perfekt für große Männer geeignet ist, gewährleistet der Hanover-Knoten und der Ypsilon schmächtigen oder nur durchschnittlich großen Männern den perfekten modischen Auftritt. Er ist ein typischer Inside-Out-Knoten und ist ähnlich gebunden wie der doppelte Windsor. Auch der Victoria gehört zu den klassischen Formen, die zu jedem Anlass passen. Durch die Technik, das breite Ende der Krawatte nicht nur einmal, sondern zweimal herum zu wickeln, heißt diese Variante auch „doppelter Knoten“. Der Victoria , der zu allen Kragenformen getragen werden kann, überzeugt durch seine perfekte Symmetrie. Da hier keine Präferenz für Anlass oder Material gegeben sind, kann der Victoria grundsätzlich zu jeder Hemdart gebunden werden.

Moderne knoten erobern die Männermode

Der Four-in-Hand Knoten, der auch als „einfacher Knoten“ bekannt ist, ist zeitlos elegant und auch für Anfänger der Bindekunst geeignet. Er verläuft leicht ebenso wie der St. Andrew asymmetrisch und lässt sich zu allen Kragenformen gut kombinieren. Dieser Knoten ist für jeden Stil geeignet, egal ob du einen Businesstermin im Anzug wahrnimmst oder gemütlich mit Freunden unterwegs bist. Dabei ist er auch für alle Krawattenstoffe geeignet und besticht durch zeitlose Eleganz. Eine neue Form beim Binden der Krawatte bietet der Manhattan, der als Kombination aus St. Andrew und Four-in-Hand bezeichnet werden kann. Er ist ein breiter kompakter Knoten, der relativ einfach zu binden ist und vor allem bei gemusterten Modellen wirkt. Seine Individualität erhält der St. Andrew durch die Möglichkeit, Falten aus dem Knoten zu ziehen. Der Manhattan gehört zu den Inside-Out Knoten, die besonders stabil sind und sich hervorragend sowohl zum dunklen Anzug als auch zum legeren Look eignet. Auch wenn der Plattsburgh inzwischen als Klassiker unter den Krawattenknoten gilt, ist er doch zu den modernen Varianten zu zählen. Der Plattsburgh verläuft ebenso wie der Manhattan symmetrisch und eignet sich hervorragend für festliche Anlässe. Während der Four-in-Hand technisch einfach ist, überzeugt der Plattsburgh durch anspruchsvolle Bindetechnik. Abgesehen davon muss der Plattsburgh am Ende in Form gezogen werden, um seine charakteristische Form zu erhalten. Der Cavendish zählt zu den modernen Knotenformen, die durch ihre Schlichtheit überzeugen. Er eignet sich perfekt für einen klassischen Büroanzug, sollte aber nur mit schmalen Krawatten gebunden werden. Ganz im Gegensatz dazu überzeugt der Hanover auch bei breiten Modellen, die sich für weite Kragenformen eignet. Während der Cavendish asymmetrisch gebunden wird, besticht der Hanover durch seine perfekte Symmetrie.

Pfiffige Formen liegen im Trend

Der Balthus oder der Kelvin ist nichts, wenn du in der Versicherungs- oder Bankbranche beschäftigt bist. Viel eher liegst du damit auf heiteren Partys oder unkonventionellen Festivitäten richtig. Vor allem eine dünne Krawatte, die derzeit aus Leder sein sollte, sieht mit diesem Knoten bzw. auch dem Grantchester gut aus. Wenn du im Trend sein möchtest, trägst du eine hochgeschlossene Weste unter der ein weit gespreizter Kragen und der Balthus zu sehen ist. Wer es doch klassischer bevorzugt, sollte eine Variante zwischen Oriental und Hanover wählen. Damit ist der Kelvin gemeint, der durch den zusätzlichen Ring unterhalb des eigentlichen Knotens Pfiff erhält. So trägst du einen Kompromiss eingehen zwischen einem klassischen und einem auffälligen Knoten, wobei der Kelvin eher für den schlichten Businessbereich geeignet ist. Für Profis beim Krawatten binden ist der Ypsilon perfekt geeignet. Durch die komplexe Art ist damit ein stilsicherer aber auch extravaganter Auftritt garantiert und du setzt dich vom „normalen“ Krawattenträger ab. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Ypsilon ebenso wie der Balthus und der Kelvin bei trendigen Anlässen getragen wird, da er auffällt. Wer ihn trägt, sollte dies zu unifarbenen Hemden bzw. Krawatten tun.

Perfekte Knoten für Profis beim Krawatten binden

Für alle, die etwas Neues versuchen möchten, ist der Pratt oder der Merowinger richtig. Dieser verläuft symmetrisch und ist vor allem für weite Kragen perfekt geeignet. Da der Pratt sehr voluminös ist, solltest du darauf achten, eine schmale, ungefütterte Krawatte zu verwenden. Der Pratt ist die perfekte Abrundung des Outfits, wenn es um geschäftliche Termine geht oder du zu einer Hochzeit eingeladen bist. Dies bedeutet, dass er vor allem zu klassischen Anzügen oder Kombinationen aus Hemd, Hose und Sakko passt. Wer eine besondere Herausforderung zum Binden der Krawatte sucht, für den ist der Merowinger eine Herausforderung. Dieser wird mit dem schmalen Ende gebunden und besticht vor allem durch seine Windungen, die gut sichtbar zwischen den Kragenenden liegen. Da der Merowinger durch seine Form auffällt, solltest du ihn tragen, wenn du tatsächlich die Bindetechnik beherrschst und vorwiegend unifarbene Hemden und Krawatten trägst. Tatsächlich ist der Merowinger ebenso wie der Pratt ein Ausdruck eleganten Stils und individueller Persönlichkeit. Wenn du einen variableren Knoten möchtest, ist der Kreuzknoten genau richtig. Dieser besticht durch seine eindeutige Form, die nach Schließen des Knotens tatsächlich ein Kreuz erkennen lässt. Eine individuelle Möglichkeit, die Krawatte zu binden, besteht darin, die Falte entweder oben oder unten zu tragen. Ebenso wie beim Prinz Albert kann das breite Ende bei der ersten Schlinge durchgezogen werden, was sich allerdings auf die Kreuzform auswirkt. Geeignet ist der Kreuzknoten für festliche Anlässe, sollte allerdings bei breiten Kragenformen gebunden werden. Achte darauf, dass das Krawattenmaterial leicht ist, damit der Knoten symmetrisch wirkt. Auch wenn der Krawattenknoten durchaus extravagant ist, kannst du mit dieser Variante auch im Büro stiltechnisch überzeugen. Da der Kreuzknoten mit Originalität punktet, solltest du ihn am besten mit einem Tab-Collar-Kragen tragen.

Ob klassisch oder extravagant – Krawattenknoten fallen auf

Was für Frauen Schmuck oder Handtaschen sind, sind für den modebewussten Herren die Krawattenknoten. Die Auswahl der Modelle ist groß und trägt zum individuellen Look bei, wobei der halbe Windsor ebenso überzeugt wie der Manhattan oder der Nicky. Für Trendsetter ist der Prinz Albert oder der Balthus geeignet, wobei der Klassiker, der Four-in-Hand eindeutig am häufigsten gebunden wird. Mit der richtigen Anleitung und ein bisschen Übung steht damit dem perfekten modischen Auftritt nichts im Wege und der Onassis bzw. der Cavendish setzen deine Persönlichkeit optimal in Szene.

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