Pullover aus Wolle sollten nicht kratzen
Kuschlige Wollpullover sollten nicht kratzen - Urheberrecht: vadmary / 123RF Stockfoto

Tipps und Tricks rund um kuschlige Wolle

Schick in Strick – ein zeitloser Modegrundsatz. Egal ob in edlen Boutiquen oder bekannten Modeketten, überall findet man sie in der kalten Jahreszeit: plüschige, eng- oder auch grobmaschige, bunte, gemusterte und Norwegerpullis aus den verschiedensten Materialien. Alle Jahre wieder, sind Wollpullover also in Mode.

Das kratzt!

Wollpullover
Wollpullover sollen schön kuschlig und warm sein – Urheberrecht:dash / 123RF Stockfoto

Besonders die traditionellen Mitbringsel aus Island, Estland und Skandinavien aus herkömmlicher Schafwolle, haben es in sich: einmal getragen, kommt man mit dem Kratzen nicht mehr hinterher. Es juckt – und das nicht zu wenig. Die haarige Oberfläche, mit ihren abstehenden Fasern, verursacht den unangenehmen Juckreiz, den wir alle kennen. Sind die Fasern steif und fest, kratzt es besonders stark – wie zum Beispiel beim kräftigen Ziegenhaar, das als Mohair in Pullis verarbeitet wird.

Leider ist das modebewussten Konsumenten in dem Moment, in dem sie sich in einen Pulli “verlieben” nicht klar. Das hübsche Stück wird euphorisch anprobiert und gekauft. Erst bei längerem Tragen, fallen die Eigenschaften der Schurwolle negativ auf. So manches Teil fristet daher ein Leben als Mottenfänger im heimischen Kleiderschrank.

Warum Wolle!

Wir wissen, dass es kratzt, und trotzdem mögen wir Wollpullis – warum? Der Grund für das Kratzen ist gleichzeitig auch die Voraussetzung für eine gute Wärmeisolation: Abstehende Fasern sorgen für ein Luftpolster, das uns vor Kälte schützt. Diesen Effekt kennt man zum Beispiel auch von der typischen “Gänsehaut”.
Neben der Wärmeisolation, ist auch Feuchtigkeitsregulierung ein Vorteil tierischer Wolle. Im Gegensatz zu den meisten synthetischen Materialien, atmen Textilien aus Wolle. Schurwolle ist außerdem hypoallergen und wird aus natürlichen Ressourcen gewonnen, ohne die Umwelt zu belasten. Gute Wolle ist einerseits formstabil, andererseits elastisch.

Folgende Arten von Schurwolle sind am Beliebtesten:

Lammwolle
Sie stammt von Schafen, die zum ersten Mal geschoren wurden.

Schurwolle
Damit ist die vom gesunden Schaf geschorene Wolle gemeint. Sie kommt in die Wäscherei, wird danach getrocknet sowie gekämmt und schließlich gewebt.

Texelaar
Vom Fell des Texeler Schafes gewonnen, das im Meeresklima lebt, hat die Texelaarwolle besonders gute isolierende und luftregulierende Eigenschaften.

Alpakawolle
Diese wuschelweiche Wolle stammt aus den Anden. Die weltweit zarteste Wolle ist die des Baby-Alpakas.

Kaschmir
Dieses wird von den indischen Kaschmirziegen gewonnen und ist, wie die Alpakawolle, besonders weich.

WUNDERBAR WEICHE WUSCHELWOLLE

Entgegen den Anweisungen am Textiletikett, darf der Wollpulli sehr wohl in der Waschmaschine gewaschen werden. Dabei gilt es aber ein paar Punkte unbedingt zu beachten:

  • Das Woll- oder Handwaschprogramm ist die richtige Wahl.
  • Bitte unbedingt spezielles Wollwaschmittel verwenden!
  • Herkömmliches Vollwaschmittel, kann die Fasern der Wolle schädigen. Sie enthalten Enzyme, welche die Eiweißmoleküle in den Fasern zerstören. Dadurch kann sich der Wollpulli verformen, oder unschöne Knötchen bilden.
  • Ein klein wenig Weichspüler hilft, den Pullover weicher zu bekommen.
  • Seien Sie sparsam mit dem Waschen: Manchmal reicht es, den Pulli ein wenig zu lüften und auszuschlagen. Naturbelassene Wolle ist nämlich von sich aus schmutzabweisend.
  • Ebenfalls wirkungsvoll ist ein kurzes spülen im Waschbecken, da die Wolle in Verbindung mit Wasser selbstreinigend wird.
  • Durch plötzliche Temperaturunterschiede und zu viel Bewegung, kann das gute Stück verfilzen. Also: behandeln Sie Ihren Wollpulli möglichst sanft.

Geheimtipp Wollwachs

Eine Alternative zur Waschmaschinenwäsche, ist die Behandlung mit Wollwachs. Dieses wird oft mit Lanolin verwechselt. Immer wieder hört man vom “Lanolinbad“. Gemeint ist allerdings Wollwachs, das im Unterschied zum Lanolin kein Wasser enthält. Es ist in der Apotheke erhältlich und übrigens sehr ergiebig. Ein 50-Gramm Döschen, reicht für den Anfang völlig aus und kostet ca. 2,20 EUR.

Für das Wollpulli Wellnessbad befolgst du die folgenden vier Schritte:
Schritt 1: Man nehme einen Teelöffel Wollwachs, sowie dieselbe Menge an Spülmittel. Bitte nicht zu viel Wollwachs verwenden, da der Pulli sich ansonsten unangenehm fettig anfühlen wird. Das Wollstück wird in ein separates Gefäß gegeben.

Schritt 2: Spülmittel und Wollwachs werden nun in 300 -500 ml kochendes Wasser eingerührt, bis keine Fettaugen mehr zu sehen sind und eine milchige Flüssigkeit entstanden ist.

Schritt 3: Die so hergestellte Mischung ca. 5 Minuten abkühlen lassen und in dem Gefäß mit dem Wollpulli verteilen, sodass dieser vollständig bedeckt ist.

Schritt 4: Den Pulli nun einige Stunden (oder einfach über Nacht) einweichen lassen. Das Strickstück anschließend aus dem Wasser nehmen, vorsichtig auswringen und trocknen lassen. Der Pulli sollte nach dem Bad in Wollwachs wesentlich weicher sowie deutlich wasser- und schmutzabweisender geworden sein.

die richtige Pflege für Wollpullover
Pflege deine Wollsachen richtig! – Urheberrecht: kavaletz / 123RF Stockfoto<

Wolle und Trockner – keine gute Idee!

Wolle gehört nicht in den Trockner, da sie durch die andauernde Bewegung verfilzen und schließlich einlaufen kann. Stattdessen empfiehlt es sich, den nassen Pulli in ein Handtuch einzurollen, ein wenig auszudrücken und über die Heizung zu legen.

Hausapotheke für die Wolle – oder lieber doch nicht?

Immer wieder wird empfohlen, Wolle mit Shampoo, Spülungen oder ähnlichen Körperhygieneprodukten zu behandeln. Das kann aber ordentlich daneben gehen, denn diese Mittel enthalten Stoffe, die der Wolle ganz und gar nicht gut tun. Wer es dennoch probieren will, sollte das Shampoo vorher in 60 °C warmem Wasser auflösen.

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