Pflege von Samt und Seide

Pflege von Samt und Seide – so bleiben diese edlen Stoffe lange schön

Seide – fließend, glänzend, knisternd, weich schwingend oder starr rauschend: welche echte Eva liebt es nicht, sich in diesen Luxus zu hüllen?

Seide wird aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen, indem die Raupen vor dem Aufwickeln getötet werden. Moderner und tierfreundlicher ist eine Methode, bei der die Kokons von Hand geöffnet werden, ohne dass die Raupen zu Schaden kommen.

Seide richtig pflegen
Seide muss richtig gepflegt werden. Dann hast du auch lange Freude an deinen Kleidungsstücken.

Die Naturfaser wärmt im Winter und kühlt im Sommer, läßt sich verweben und verstricken und ist bei guter Pflege nahezu endlos haltbar. Ein so wertvolles und vielseitiges Material will natürlich gut und richtig gepflegt werden. Bei der Beachtung von ein paar einfachen Regeln wirst du lange und ohne allzu große Mühe Freude an Bluse, Kleid oder Dessous aus Seide haben.

Regel Nr. 1: NICHT KNICKEN

Seide sollte nie geknickt oder gefaltet werden, weil die empfindliche Faser brechen könnte. Mußt du ein Kleidungsstück doch einmal zusammenlegen, dann drehst du am besten Seidenpapier zu Würsten und legen diese in die Faltbüge. Dies verhindert, dass der Stoff zu sehr zusammengepreßt wird. Ausnahme sind natürlich die Kleidungsstücke aus GECRASHTER SEIDE, die feucht eingedreht werden, um die erwünschten Knitterfalten zu erzielen.
Aufbewahrt wird Seide am besten hängend, in einem mottensicheren Kleidersack.

Regel Nr. 2: NICHT ZERREN ODER REIBEN

Seide lässt sich waschen, aber bitte schonend. Leichtes Durchdrücken und Ausspülen in lauwarmem Wasser mit speziellem Seidenwaschmittel oder Panamarinde genügt völlig. Gründliches Lüften reicht, um angetragene Kleidung wieder frisch zu machen und etwaige Fältchen hängen sich dabei von allein aus.
Hartnäckige FLECKEN lassen Sie am besten und sichersten in der Trockenreinigung entfernen.

Regel Nr. 3: NICHT ZU HEISS

TROCKNEN: Wie alle tierischen Fasern mag Seide keine zu große Hitze. Einen Kaschmirpullover würden Sie sicher auch nicht in den Trockner stecken – oder? Seide darf also KEINESFALLS IM TROCKNER landen. Nass aufgehängt verzieht sich das Material leicht, also trocknen Sie das gute Stück am Besten ausgebreitet, oder allenfalls lose eingerollt, auf einem dicken Handtuch.

BÜGELN auf niedrigster Stufe und vorsichtig, denn einmal eingebügelte Falten sind nur schwer wieder herauszukriegen. NOPPENSEIDE wird natürlich gar nicht gebügelt, weil das den Charakter des Materials zerstören würde.

Samt richtig pflegen
Samt ist ein edler und weicher Stoff, der mit der richtigen Pflege lange schön bleibt.

Schimmernd, changierend, schwer fallend, warm, unglaublich weich – kein Wunder, dass schon die Edlen früherer Zeiten sich gern in Samt gehüllt haben.

Auch heute noch gibt es neben den billigeren Faschingssamten echten Seidensamt. Der Preis rechtfertigt sich durch die aufwändige Herstellung, bei der der Flor in ein Trägergewebe eingewebt wird. Auch hier gilt, dass bei guter Pflege ein Kleidungsstück aus Samt ein Leben lang halten kann.

Regel Nr. 1: NICHT WASCHEN

Samt darf nicht gewaschen werden, weil der empfindliche Flor sich sonst vom Trägergewebe lösen könnte.
Ausnahme sind die WASCHSAMTE aus Baumwolle und/oder Viscose, die, wie der Name schon verrät, problemlos gewaschen werden können. Am Besten benutzen Sie den Schonwaschgang oder das Kurzprogramm und ein mildes Waschmittel. Noch schonender ist die Wäsche von Hand. Getrocknet wird Waschsamt am schonendsten liegend auf einem saugfähigen Tuch.

Etwaige FLECKE, die sich ja trotz aller Vorsicht nicht immer vermeiden lassen, verschwinden, wenn Sie sie trocknen lassen und dann vorsichtig mit einer weichen Bürste entfernen. Bei bösartigen Flecken hilft nur die Trockenreinigung.

Wie bei Seide reicht LÜFTEN aus, wenn das Kleidungsstück nur angetragen ist und Knitterfalten verschwinden durch das Eigengewicht des Stoffes. Zusätzlich sollte Samt nie auf der bloßen Haut getragen werden, damit er keine unerwünschten Gerüche annimmt. Ein Unterfuttter oder zumindest eingenähte Schweißblätter bieten hiervor sicheren Schutz.

Regel Nr. 2: SCHONEN

Ein Kleidungsstück aus echtem Samt tragen Sie vermutlich ohnehin nur zu besonderen Gelegenheiten. Trotzdem sollten Sie zusätzlich Großmutters Trick kopieren und sich ein kleines oder größeres Stück Samt zum Daraufsetzen mitnehmen – Samt auf Samt scheuert nicht und schont damit das empfindliche Material.

Regel Nr. 3: PFLEGEN

Wenn Samt trotz aller Vorsicht speckig zu glänzen beginnt, dann hilft es, wenn Sie das Kleidungsstück beim Duschen im Bad aufhängen – oder beim Kochen in der Küche, was aber wegen des Essensgeruchs weniger empfehlenswert ist. Durch den FEUCHTEN DAMPF glätten sich die Fasern und richten sich wieder auf, wodurch der Stoff seinen samtigen Schimmer zurückbekommt.

Auch das vorsichtige ABBÜRSTEN mit einer in Mandelöl getauchten WEICHEN BÜRSTE hat den gleichen Effekt, hier ist aber Vorsicht geboten, schließlich soll das gute Stück nicht ölig aussehen.
AUFBEWAHRT wird Samt am besten liegend eingerollt. Er kann auch lose gefaltet werden, dann sollten Sie allerdings Papierwürste in die Büge legen, damit aus der Falte kein Knick wird.

Wie Sie sehen, ist es weder schwierig, noch zeitraubend oder gar teuer, Samt und Seide richtig zu pflegen. Ein wenig Achtsamkeit im Umgang mit dem wertvollen Material, ein paar Tricks reichen aus, um Glanz, Schimmer und den besonderen Fall der Stoffe zu erhalten. So hüllen wir uns ein in ein Kleid aus Samt, eine Bluse aus Seide, genießen das unvergleichliche Gefühl auf unserer Haut und fühlen uns ein bisschen wie eine Königin – in Samt und Seide.

Bilder:
Titelbild – Urheber: inarik / 123RF Lizenzfreie Bilder
Seide – Urheber: tatkhagata / 123RF Lizenzfreie Bilder
Samt – Urheber: cygnusx / 123RF Lizenzfreie Bilder

Über Peggy

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